Ein letztes Mal Guten Morgen aus Berlin!

Da ist heute jemand ausgeschlafen!

Ich montiere als erstes heute den tollen neuen Fahrradständer, den ich gestern gefunden hab. Dann rolle ich langsam in die Innenstadt, auf dem Weg komme ich an einem riesigen Fahrradgeschäft vorbei. Ich bin allerdings scheinbar schon so gut ausgestattet, dass ich wirklich gar nichts im Geschäft finde.. 🙂

Gestern bin ich auch beim Gefängnis Moabit vorbei gefahren. Dort haben gegenüber vom Zellentrakt Menschen auf der Straße mit einem Megafon den Gefangenen am Fenster zugerufen und Lieder gesungen. Spannende Situation – Ist das erlaubt?

Dann gibt’s nochmal Currywurst im Park und ein bisschen chillen, bis ich zum Zug muss.
Hallo Bahnhof!

Hier hab ich ein bisschen Pech; mein erste Klasse Ticket ist nicht erste Klasse genug für die DB Lounge. Danke dafür. Und meine Palatschinken sind mir auch runter gefallen. Zeit, dass ich heim komme!

So hab ich in Nürnberg gestartet!
Und das war dann heute. Ich finde, ich schau sehr erholt aus 😀
Und braun gebrannt – auch in Form meiner Fahrradhandschuhe. Ob das auffällt?
23km in Berlin.

Mit nach Hause fahren morgen hab ich insgesamt 866km geschafft.

Nürnberg zahlt sich meiner Meinung nach nicht aus. Am Wattmeer muss man auf jeden Fall gewesen sein!

Dänemark ist im Süden, wo ich war, sehr landwirtschaftlich, hügelig (!) und ausgestorben. Durch die Kultur, sehr viel Zeit zuhause im „hygge“ Umfeld zu verbringen, sind kaum Menschen auf Straßen; geschweige denn gibt es Restaurants oder Cafés in den Ortschaften. Viele Häuser verfallen, weil sie von der nächsten Generation nicht übernommen werden. Die Dänen, die mir aber Unterkunft gewährten, waren allesamt sehr freundlich und interessiert. Mit diesen Leuten bin ich gut ins Gespräch gekommen, mit ihrer zuvorkommenden Art habe ich mich auch meistens gleich ein bisschen mehr zuhause gefühlt in den mir vermieteten Gartenhütten (typisch für dänische Unterkünfte).

Kopenhagen ist eine sehr lebendige Stadt mit vielen Radfahrern. Die Radfahrer fahren spannenderweise aber gar nicht so regelkonform wie man es überall liest – Handzeichen werden überbewertet, kein Licht am Abend, links und rechts überholen, etc. – Da sind die Niederländer deutlich disziplinierter!

Was mir an Kopenhagen leider fehlt, ist ein Blick für alte Gebäude, erhaltenswerte Straßenzüge, prinzipiell Denkmalschutz. Hier reihen sich wunderschöne Ziegelhäuser neben Betonklötze und futuristische Architekturbauwerke. Das finde ich persönlich nicht so toll – ich finde Altstadtkerne und erhaltene Prunkstraßen sehr wichtig und aussagekräftig über die Geschichte der Stadt.

In Schweden habe ich mich gleich heimisch gefühlt und war ein bisschen traurig, nur so kurz dort zu sein. Die Städte sind unglaublich schön – so gut erhalten, alle Straßen in den Städten sind gepflastert und nie mit Asphalt ausgebessert. Die Gebäude verschmelzen mit der Natur – wo ein Haus ist, ist auch Platz für Rankpflanzen, Rosenbüsche und Sträucher. Wunderschön!

Auch die Schweden leben und lieben das heimelige um sich – nur gehen sie auch gerne einen guten Kaffee trinken und Plunder essen – schwedische Fika eben. Und diese Fika findet mit Freunden, Arbeitskollegen, Familie zuhause oder im Café statt. Somit gibt’s hier ganz viele Cafés und Bäckereien, die alle eine riesige Thermoskanne (relativ guten) Café stehen haben, den sie ausschenken. Alle sind entspannt und irgendwie glücklich – ich hab noch nie so viele Leute auf der Straße lachen gehört. Nach Schweden komm ich sicher mal wieder!

Ostdeutschland ist sehr spannend. Man muss gleich dazu sagen: Es wird ein Auto benötigt oder ein gut gefedertes Fahrrad, um irgendwo hin zu kommen – Öffis sind hier leider ganz schlecht ausgebaut. Die Straßen sind größtenteils in einem sehr schlechten Zustand und Wege sind mit Platten befestigt – angelegt noch für das Befahren mit russischen Panzern. Die Wege sind allerdings auch schon in die Jahre gekommen und so sind 20cm hohe Stufen zwischen den Platten keine Seltenheit.

Die Leute in Ostdeutschland hab ich als anfangs sehr schüchtern und – wenn mal ein Gespräch läuft – als recht kommunikativ erlebt. Da bekommt man gleich mal die Lebensgeschichten vom Vermieter oder dem Fährmann erzählt. Es ist auf der Insel Usedom und rundherum sehr ruhig – hier wohnen wirklich nicht viele Menschen.

Berlin und Hamburg… Was soll ich sagen, sind immer eine Reise wert. Vor allem Berlin bietet so viel – ich mag einfach auch die Berliner Mentalität, gechillt, freundlich, bissi schüchtern, inklusiv. Die Autofahrer sind fast liebevoll rücksichtsvoll den Radfahrern gegenüber – die 1,5m Abstand beim Überholen sind ein Muss, sonst wird hinter dem Rad hergezuckelt. Auch wenn der Radfahrer den Radweg übersehen hat – geduldig hinterher, kein Hupen, kein Schimpfen. Ich fühl mich auch nie unsicher in Berlin. Manchmal ist es ein wenig komisch, wie viel Angst andere offensichtlich hier haben und das auch zeigen – Zimmer doppelt verriegeln, an Begleitungen klammern. Vorsichtig bin ich auch, aber ich bin in Berlin noch nie in eine unangenehme Situation geraten und hab mich auch aufgrund der Leute noch nie bedroht gefühlt.

Schön war’s, viel hab ich gesehen und erlebt!

Und eine schöne Route war das auch!

Kommentare

2 Kommentare zu „21. Tag: Resümee“

  1. Hello my love I can no longer emphasize what you have accomplished in this way is really unique!!! Be proud👍🏽
    Glad all went fine and YOU’RE BACK HOME😘

  2. Liebe Conny, jetzt geht’s bald wieder in die Heimat, was du so alles erlebt hast, wirklich bewundernswert ich wünsche dir alles Gute ,LG Anni

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