2. Tag: Chiba – Mit allen Sinnen

Edelweiß, Edelweiß, every morning you greet me… Diesen morgen kommt diese Melodie von Sound of music um Punkt 09:00 Uhr aus allen städtischen Lautsprechern in Sawara.

Ebenso höre ich um 12:00 Uhr eine kleine musikalische Einlage sowie um 17:00 ein Lied und eine Durchsage. Recherchieren bringt folgendes Ergebnis: Die Lieder dienen dem Test des Katastrophenwarnsystems J-Alert, welche vor Erdbeben, Tsunamis etc. warnen. Um 17:00 werden außerdem Kinder darauf aufmerksam gemacht, daß es bald dunkel wird und sie nach Hause gehen sollen; weiters dankt man in Japan um diese Uhrzeit den arbeitenden Personen. Interesting.

Bereits gestern habe ich beim Zug fahren nach Sawara die vielen gefluteten Reisfelder bewundert. Das ganze Gebiet um Katori ist durch seine Nähe zu einem größeren Fluss, dem Tone (ca. 10% Durchflussmenge der Donau in Wien), wegen der vielen Kanäle und dem Fluss Ono-gawa ein beliebtes Reisanbaugebiet. In Sawara erinnert ein künstlicher Wasserfall an der Toyohashi-Brücke an die ursprünglichen Transportwege für das Wasser unter der Brücke zum Bewässern der Felder.

Reisfelder sind schon sehr hübsch!
Kleine süße Reispflänzchen üben eine gewisse Faszination auf mich aus.
Fühlt sich an wie Gras. Schönes, grünes Babygras.

Zum Mittagessen schaffen wir es endlich in den Ramen-Laden, in welchen wir gestern wollten, jedoch wegen Mangel an Bargeld und dann Mangels passender Öffnungszeiten nicht einkehren konnten. Hier erinnert man sich an uns und wir werden mit „thank you for coming again“ begrüßt. Awwww.

Beim Ramen gibt es einiges zu beachten, was mir nicht so klar war. Der Automat ist schnell übersetzt, dann kommen die Kellner und nehmen das Makerl ab. Ab hier helfen dann Hände, Füße und Google translate, sowie eine ein bisschen Englisch sprechende Kellnerin. Auszuwählen sind die Art der Suppe (Ente oder Spezialität des Hauses) sowie (Gewürz?-) Grundlage – Salz oder Sojasoße. Und das mit Händen und Füßen. Puh. Aber so gut! <3

Eine Tempelbesichtigung führt auch zu einem Friedhof, wo für mich recht ungewöhnliche Accessoires geborgt werden können.
Wie ich herausfinden kann, ist es üblich, besuchte Gräber mit Wasser zu übergießen und auch mit Bürsten abzuschrubben.  Außerdem werden Getränke für die Verstorbenen auf die Gräber gestellt, damit sie nicht durstig sind. Es ergibt sich ein skurriles Bild mit Teeflaschen, bunten Getränkedosen und Porzellangeschirr in einer Gräberlandschaft.
Auch diese Holzbretter finden sich hinter fast jedem Grab. Diese Sotoba sind mit Kanji – Zeichen mit dem postum vergebenen, buddhistischen Namen sowie Wünschen für den Verstorbenen beschriftet. Die Umbenennung soll den Toten in den Stand eines buddhistischen Mönches/Nonne heben und zudem vorbeugen, dass ein Nennen des weltlichen Namens ihn aus der Totenruhe zurückholt. Sotoba werden wie Blumenschmuck immer wieder dargebracht und ersetzt, wenn sie morsch werden.
Auf dem Weg zu einem Schrein finde ich diese tollen Fahnen, welche im Wind flattern.

Zum Abendessen geht es heute in ein Izakaya, eine japanische Bar/Pub. Mit Google translate sind wir eigentlich relativ sicher, was wir bestellen, wir dürfen allerdings etwas neues ausprobieren: Tarako, Fischrogen vom Pollak im Natursack. Das kommt in einer guten Soße und einem Fischfilet. Als Vorspeise bekommen wir marinierte Hühnerhaut mit Lotuswurzel. Insgesamt schmeckt alles sehr, sehr gut, wenn ich nicht zu viel darüber nachdenke, was es ist. 🙂

9 km waren das heute in Sawara, Katori.

Kommentare

Ein Kommentar zu „2. Tag: Chiba – Mit allen Sinnen“

  1. Avatar von I and Y

    Hallo meine Lieben immer gut von euch zu hören toll Conny wie du alles kommentierst!
    Ja ab und zu findet man sogar schon am Zentralfriedhof ein Grab von Chinesen oder Japaner!
    Nun die Hühnerhaut hat Olaf sehr oft gegessen in Hongkong und ich hab sogar wegschauen müssen, wenn er das gemacht hat ha ha ha
    Nun macht nur weiter so und passt auf euch auf !
    Schön, dass du das so toll kommentierst💪🏽 alles alles Liebe

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