21. Tag: Shy Fuji and Rice

Konnichiwa flüstert mir
ein g’schamiger, teilweise sichtbarer Mount Fuji morgens zu.
Wir folgen dem Ruf und können uns von der Unterkunft 2 Elektro-Fahrräder ausborgen.
Zum Mittagessen gibt es heute Yaki-Soba, liebevoll zubereitet von dieser herzlichen Dame, welche ich in ihrer Yaki-Küche fotografieren durfte.
Dann fahren wir weiter.
Immer jeder versuchen wir dann, einen Blick auf den scheuen Fuji zu erhalten.
Das klappt weniger gut – aber ein Spitzerl ist immer zu sehen: Hier im Bild rechts oben.
Am Fuji entspringen viele Quellen mit glasklarem Wasser und fließen unter anderem nach Westen, wo wir diese tollen Wasserfälle finden (Shiraito-Wasserfall 白糸の滝)
Das Wasser glitzert in der Sonne,
…so schön, dass ich mich nur mehr hinein legen will.
Dazu noch dieses flauschige Gras, awwwww. Natur ist so schön.
Von dem Wasserfall geht es bergabwärts…
… in kleinere Verteilungsflüsse, die schlussendlich…
…über Verteilerkanäle…
…in Reisfelder münden.
Reisfelder soweit das Auge reicht.
Immer wieder dazwischen: Familiengräber, oft mitten in den Feldern. Das macht offenbar aus mehreren Gründen Sinn; einerseits glauben die Buddhisten, dass die Ahnen als Schutzgötter der Berge (Yamanokami) und der Reisfelder (Tananokami) zurückkehren und somit die Felder und Ernte schützen und begünstigen. Andererseits sind so die Familien immer vereint – und es dient zur demütigen Erinnerung daran, woher die Reisfelder kommen.
Diese Zufahrtswege dienen auch als öffentliche Straßen und werden auch als diese genutzt. Auch wir haben heute viele davon befahren.
Kaulquappen leben in den Reisfeldern, was das Quak-Konzert in der Nacht bei unserem Quartier erklärt.
Plötzlich bin ich mittendrin.
Wie konnte das passieren?

Reisbauern pflanzen an den Stellen, wo die Reispflanzmaschine nicht hinkommt noch händisch Reispflänzchen nach. Ich sehe eine Familie, welche gerade dieser Arbeit nachgeht. Die Kinder spielen im Schlamm und der Vater stakst im Reisfeld herum und setzt Stecklinge ein. Auf die Frage, ob ich ein Foto machen darf, werde ich eingeladen, auch ein paar Reispflänzchen zu setzen. Na klar! Schuhe aus, Socken aus und rein in den Gatsch!

Immer 3-4 kleine Stecklinge nehmen und pflanzen. Nicht so schwer, oder?
Und das klappt dann auch schon sehr gut! Profi-Arbeit 😀
Das Rauskommen stellt sich als schwierigste Aufgabe dar. Auf keine Reispflänzchen latschen, nicht umfallen, weitergehen.
Aber fun! Very fun!
Auch die Familie hatte beim Zuschauen großen Spaß. Immer wieder höre ich Mutter und Kinder lachen. Im Anschluss an dieses spontane Abenteuer lädt uns die Familie zu sich nach Hause ein. Da wir morgen weiterreisen, wird eine Einladung für unsere nächste Japanreise ausgesprochen und eine Visitenkarte (sowie Mozartkugeln) ausgetauscht. We will be back!
Beim Weiterradeln entdecke ich sogar noch eine Reispflanzmaschine!
Die Sonne geht unter und schön langsam stellt sich eine große Müdigkeit ein.
Dann gute Nacht, Shy Fuji, Reispflänzchen und Froggos!
30 km mit dem Rad.

Kommentare

2 Kommentare zu „21. Tag: Shy Fuji and Rice“

  1. Avatar von Dieter

    Wow…echt tolle Fotos & Gschichten von Eurer Reise!
    Wünsche Euch weiterhin eine gute Tour mit vielen tollen Erlebnissen!

  2. Avatar von Anni🫠
    Anni🫠

    Guten Morgen in Österreich, also Conny solltest du mal arbeitslos sein als Reis 🍚 Pflanzerin bist du sicher willkommen…wieder so schöne Bilder danke dir und weiterhin viele schöne Eindrücke für euch zwei, LG Anni 🥰

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